Die „Wiesn“ wird zensiert…

Als ob sich ganz Deutschland schon an eine diktatorische Zensur gewöhnt hätte… Jetzt gibt das Münchner Tourismusamt der Presse vor was diese fotografieren darf – und was nicht.

„Die Bildjournalisten müssten Klauseln unterschreiben, auf solche Motive zu verzichten, um eine Akkreditierung oder Drehgenehmigung zu bekommen.“

Die Veranstalter wollten kein „Abbild der Realität in den Medien finden“, kritisiert indes der BJV.

Alles in Allem wollen die Veranstalter nicht, dass betrunkene oder zu leicht bekleidete Oktoberfestbesucher fotografiert oder gefilmt werden, da dieses u.U. ein schlechtes Bild auf die Veranstaltung werfen könnte. Eine objektive Berichterstattung ist natürlich unter solchen Umständen nicht möglich.

„Hier aber werde das Recht auf uneingeschränkte Berichterstattung auf dem Altar des Kommerzes geopfert.“

Was also tun? – Unterstützt die Presse, indem Ihr selber Fotos und Videos erstellt, welche Ihr unter CC zur Verfügung stellt. Damit helft Ihr sowohl dem ehrlichen und grenzenlosen Journalismus und schafft Vertrauen in Creative Commons.

Gerne veröffentliche auch ich das Material für Euch (bin selbst leider in HH und hab keine Zeit nach München zu kommen): mailt einfach an: idiocracy-blog[ät]web.de

Innenministerkonferenz will „Killerspiele“ verbieten

Auf der Innenministerkonferenz wurde sich so gut wie einstimmig für eine sogenanntes „Killerspielverbot“ ausgesprochen.

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) sagte WELT ONLINE: „Durch Killerspiele sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt. Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt.

Na klar.  Genauso wie mit Mineralwasser trinken und Schuhe tragen… Sollte man auch verbieten. Böse Schuhe.

Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken,  ob die Verbindung zu Killerspielen nicht auf anderer Ebene liegt; nämlich dass diese wunderbar dazu geeignet sind, um Stress abzubauen. Und dass dieser Stressabbau -lebensbedingt- bei den Amokläufern nicht mehr hingehauen hat ist ja wohl kaum Schuld dieser Spiele. Im Gegenteil. Wären diese u.U. noch brutaler und realistischer gestaltet, wären diese Amokläufe vielleicht gar nicht erst von statten gegangen. Vielleicht.

Aber vielleicht werden durch das Verbot einer solchen Möglichkeit – sich abzureagieren – noch mehr gefrustete Jugendliche auf die Idee  kommen, diesen Frust an realen Personen auszulassen? Man wird sehen. Oder hoffentlich auch nicht.

Allerdings ist es natürlich um einiges einfacher einem unverstandenen Medium (ich glaube nicht, dass sich auch nur ein Politiker mal wirklich mit diesem Medium befasst hat) die Schuld zuzuweisen, als mal in der realen Umgebung einer gefährdeten Person etwas aufzuräumen…